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Strategie · 3 Min. Lesezeit

Maßgeschneiderte KI oder Standardmodelle?

Standardmodelle sind sofort einsatzbereit und leistungsstark, eine eigene KI kennt die Sprache des Unternehmens besser. Wie Sie die Wahl treffen und warum die beste Lösung oft eine Kombination aus beidem ist.

Eine Frage, die sich früh stellt

Wer künstliche Intelligenz im Unternehmen einführt, steht schnell vor der Frage: die großen Modelle vom Markt nutzen oder etwas Eigenes aufbauen? Oft wird diese Frage zu schwarz-weiß gestellt, als müsse man sich ein für alle Mal für einen der beiden Wege entscheiden.

Tatsächlich decken beide Optionen unterschiedliche Anforderungen ab. Die eigenen zu kennen, ist der erste Schritt zu einer vernünftigen Entscheidung.

Was Standardmodelle bieten

Die Modelle der führenden KI-Anbieter verstehen und erzeugen Sprache hervorragend, durchdenken komplexe Probleme und werden laufend weiterentwickelt. Sie sind sofort nutzbar, ohne Vorabinvestitionen in das Training, und decken ein sehr breites Aufgabenspektrum ab: Texte schreiben, zusammenfassen, übersetzen, Dokumente analysieren.

Ebenso klar sind ihre Grenzen. Sie kennen weder die Daten des Unternehmens noch seine Terminologie oder seine Abläufe. Zudem werden die übermittelten Daten auf der Infrastruktur des Anbieters verarbeitet, was bei vertraulichen Informationen oder personenbezogenen Daten sorgfältig abzuwägen ist, nicht zuletzt mit Blick auf die DSGVO.

Standardmodelle

  • Sofort einsatzbereit
  • Stark in Sprache und Logik
  • Kennen Ihr Unternehmen nicht

Maßgeschneiderte KI

  • Kennt Begriffe und Abläufe
  • Braucht saubere Daten und Beispiele
  • Läuft auch auf privater Infrastruktur

Was maßgeschneiderte KI bedeutet

Unter maßgeschneiderter KI kann man Verschiedenes verstehen, und es lohnt sich, zu unterscheiden. Die häufigste Form besteht nicht darin, ein Modell von Grund auf zu trainieren, sondern einem bestehenden Modell Zugang zum Wissen des Unternehmens zu geben: Dokumente, Verfahren, Daten aus den Systemen. Das Modell selbst wird nicht verändert, erhält aber zu jeder Frage den passenden Kontext.

Weiter geht das Fine-Tuning eines Modells mit Dokumenten und Beispielen des Unternehmens, damit es dessen Sprache, Formate und Regeln lernt. Dieser Ansatz lohnt sich bei sehr spezifischen, wiederkehrenden Aufgaben, etwa der Klassifizierung technischer Dokumente nach einer internen Taxonomie oder dem Verfassen von Texten in einem strengen Stil.

Schließlich kann ein eigenes Modell auf einer vom Unternehmen gewählten Infrastruktur betrieben werden, auch einer privaten, wenn Vorgaben zum Speicherort der Daten dies erfordern.

  1. 01 Kontext aus Dokumenten
  2. 02 Anpassung anhand von Beispielen
  3. 03 Betrieb auf eigener Infrastruktur

Wie Sie entscheiden

Drei Fragen helfen bei der Orientierung. Die erste betrifft die Daten: Wie vertraulich sind sie und wo müssen sie bleiben? Die zweite betrifft die Aufgabe: Ist sie allgemein, etwa das Zusammenfassen eines Dokuments, oder erfordert sie sehr spezifisches Fachwissen? Die dritte betrifft das Volumen: Eine Aufgabe, die tausendfach am Tag ausgeführt wird, kann ein kleineres, eigenes Modell rechtfertigen, während sich für gelegentliche Nutzung fast immer ein Standardmodell mehr rechnet.

Ein häufiger Fehler ist es, mit der ehrgeizigsten Lösung zu beginnen. Ein Modell zu trainieren erfordert saubere Daten, hochwertige Beispiele und Zeit. Sehr oft löst ein Standardmodell mit Zugriff auf die richtigen Dokumente das Problem mit deutlich geringerem Aufwand.

Auch die Pflege sollte man bedenken. Ein eigenes Modell muss aktualisiert werden, sobald sich Verfahren oder Produkte ändern, während ein Standardmodell, das aktuelle Dokumente liest, Änderungen ohne jedes Zutun berücksichtigt. Auch die Kosten sollten über die Zeit betrachtet werden, nicht nur zum Start.

Beispielhafte Darstellung: Ein eigenes Modell muss nachtrainiert werden, wenn sich Abläufe ändern.

Der kombinierte Ansatz

In den meisten Fällen ist eine Kombination die beste Antwort. Standardmodelle übernehmen Sprache und allgemeines Schlussfolgern, das Unternehmenswissen liefert den Kontext, und für spezielle Aufgaben oder besonders vertrauliche Daten kommt ein eigenes Modell hinzu.

Diese Architektur hat auch einen strategischen Vorteil: Sie bindet das Unternehmen nicht an einen einzigen Anbieter. Der KI-Markt verändert sich rasant, und wer ein Modell durch ein anderes ersetzen kann, ohne Anbindungen und Zugriffsregeln neu aufzubauen, schützt seine Investition.

Genau dafür ist der KI-Assistent von Innovaq konzipiert. Er integriert die führenden KI-Dienste und bei Bedarf maßgeschneiderte Modelle, die mit den Dokumenten und Verfahren des Unternehmens trainiert sind. Die Wahl kann von Aufgabe zu Aufgabe variieren, während Datenanbindungen, Berechtigungen und das Anfrageprotokoll gleich bleiben.

Beispielhafte Darstellung: Aufgabenverteilung in einem kombinierten Ansatz.

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